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Leseprobe Pralinenschachtel: Die Kirschblütenallee

​Die Kirschblütenallee
(Autobiografische Erzählung)
 
„Wenn der Weichselbaum duft’ge Blüten schneit,
wenn die Störche kommen und der Kuckuck schreit,
wenn die Bächlein quellen
und die Knospen schwellen,
dann beginnt die liebe, gold’ne Zeit.“
(aus einem Volkslied)
 
Mit dem Weichselbaum in dem Lied ist der Kirschbaum gemeint. Kirschblüten haben weiße oder zartrosa Blütenblätter, und wenn sie abgeblüht sind und herunterfallen, könnte man meinen, es schneit – ein später Schneefall im Mai.
Einmal hatte ich selbst dieses Erlebnis.
 
Von meinen Ausritten kannte ich die Gegend um unser Dorf sehr gut. Jeden noch so schmalen Waldweg, jede Brachfläche, jeden umgefallenen Baumstamm, der für ein kleines Springtraining am Wegesrand herhalten konnte. Südlich des Dorfes verlief die Bundesstraße. Hatte man die überquert, ging es durch hügeliges Gelände, wo sich Felder und Wiesen abwechselten, dazwischen immer wieder Baumgruppen – und dann, an der Gabelung rechts haltend, gelangte man an eine Stelle, wo der Feldweg zu beiden Seiten von hohen Kirschbäumen gesäumt wurde. Schon oft hatte ich mir vorgenommen, einmal herzukommen, wenn die Kirschblüte in vollem Gange war.
Und dann passte es endlich. Ein sonniger Tag am Wochenende, ich hatte ausreichend Zeit – denn zwei Stunden musste man für diesen Ritt schon einplanen wegen der Entfernung. Ich hatte an diesem Tag meine Molly gesattelt, eine hochbeinige Fuchsstute, die noch nicht lange bei uns war. Eigentlich hieß sie Morgana, aber wir nannten sie nur Molly, das passte irgendwie besser zu ihr. Sie war zuvor hauptsächlich Zuchtstute gewesen und hatte viel auf der Weide gestanden und wenig von der Welt gesehen. Nun sollte sie mal was Neues kennenlernen und vor allem die Scheu vor allem Unbekannten verlieren.
Natürlich musste sie sich unterwegs ein paarmal erschrecken. Das kannte ich schon von unserer neuen Drama Queen. So groß wie sie war, so unbeholfen konnte sie sich anstellen, wenn ihr etwas begegnete, auf das sie nicht gefasst war. Und das konnte so ziemlich alles sein, vom alten Autoreifen bis zu einem bellenden Hund hinterm Zaun.
Ich hatte unseren Weg als Rundweg geplant. So erreichten wir die Kirschbaumallee von der Rückseite her – und wie ich gehofft hatte, standen sie in voller Blüte. Schon von Weitem war das ein wunderschöner Anblick, und als wir uns anschickten, darunter durchzureiten, war es, als beträten wir einen blühenden, summenden, duftenden Tunnel. Selbst meine Stute schien das zu beeindrucken, denn sie wurde auf einmal ganz entspannt, gar nicht mehr so nervös nach allen Seiten äugend wie vorher, spitzte die Ohren und schnaubte genüsslich.
Ich ließ ihr die Zügel locker und wir tauchten ein in diese frühlingshafte Harmonie.
Da kam ein leiser Wind auf, und wie in dem Lied begannen die Blütenblätter auf uns herabzuschneien, verfingen sich im Sattelzeug, in Mollys Mähne und in meinen Haaren.
Ein unbeschreiblich schöner Moment, für den ich meinem Pferd heute noch dankbar bin, auch wenn sie schon vor vielen Jahren von mir gegangen ist.
Wir legten danach noch eine flotte Trabstrecke ein. Trotzdem fand ich beim Absatteln noch einige weiße Blütenblätter in Mollys Mähne, und später auch in meinen eigenen Haaren.
Wenn ich heute blühende Kirschbäume sehe, muss ich oft an diesen Ritt durch die Kirschenallee denken und an den sanften Schnee aus Blütenblättern, der da auf uns herunterrieselte.
 
entstanden im Frühjahr 2025 in der Literaturwerkstatt Gifhorn
Diese Geschichte ist auch Teil des Autoren-Adventskalenders - Osterspecial 2026.
Den vollständigen Kalender findet ihr hier:
https://www.autoren-adventskalender.de
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